Rückblick auf den "Update Implantologie IV"-Kongress Heidelberg:

Von der Ästhetik zur gesteigerten Lebensqualität

Implantate vom Original nicht mehr zu unterscheiden / Spezialisten diskutierten in Heidelberg neue Verfahren in der Zahnimplantologie und bahnbrechende Erfolge der ästhetischen Gesichtsrekonstruktion

Heidelberg - Der Kongress "Update Implantologie IV" entwickelt sich mehr und mehr zum internationalen Podium für Spezialisten auf dem Gebiet der ästhetischen Zahnimplantologie. Zum vierten Male fand in Heidelberg der Kongress statt, den das FIZ-Forum innovative Zahnmedizin Heidelberg e.V. zusammen mit der Studiengruppe "Junge Implantologen" und der Studiengruppe Heidelberg-Mannheim veranstaltete. Gekommen waren weit über 200 Fachleute - Zahnimplantologen, Chrirurgen, Zahnärzte und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Instituten. Die wissenschaftliche Leitung hatte der Implantologe Dr. medic. stom. I.M.F. Neumarkt Marius Steigmann. "Derzeit setzen wir in Deutschland jedes Jahr ca. 600.000 Zahnimplantate ein", bilanzierte Steigmann im Vorfeld der Tagung; "das sind Jahr für Jahr 10 bis 15 Prozent mehr." Doch die Patienten fragen nicht nur zunehmend nach Möglichkeiten der modernen Zahnimplantologie. Patienten werden auch immer anspruchsvoller, was die Ästhetik der Implantate angeht. Längst hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass konventionelle Brückenkonstruktionen und Prothesen viele Schwächen haben. Unzureichendes Prothesenlager sowie die eingeschränkte Pfeileranzahl und –Stabilität werden häufig genannt. Der Kieferknochen bildet sich zurück und es setzen physiologische Prozesse ein, die mit dem Verlust weiterer, zunächst gesunder Zähne einhergehen können. Gerade was die Ästhetik angeht, so kommen aus den USA völlig neue Methoden. Prof. Dr. Hom-Lay Wang, University of Michigan zeigte herausragende Ergebnisse der modernen Zahnimplantation, die mit einer neuen Operationstechnik eingesetzt wurden, die er gemeinsam mit Dr. medic. stom. IMF Neumarkt Marius Steigmann aus Neckargemünd entwickelt hat. Dabei werden papillenähnlichen Strukturen, also das feine, rosafarbene Zahnfleischgewebe zwischen den Zähnen, mit mikrofeinen Nähten und speziellem, hochfeinen Näh-Werkzeug vernäht. Dies hat den unschätzbaren Vorteil, dass Narben praktisch nicht zu sehen sind und ein natürlicher Zahnfleischsaum entsteht. Dr. Manfred Nilius, Dortmund gilt als Spezialist im Bereich der Gesichtsrekonstruktion. Nach schweren Unfällen gilt es, zerstörtes Knochengewebe am Schädel oder Kiefer zu ersetzen. Mit Methoden, die auch bei der Zahnimplantologie neuerdings eingesetzt werden, gelingt es, komplette Gesichtspartien, teils mit knocheneigenen Substanzen, teils mit organverträglichen Kunststoffen wieder aufzubauen. Hier gehen die Methoden der Zahnimplantologie weit über ästhetische Belange hinaus und führen besonders bei Schwerverletzten zu einer neu wiederhergestellten Lebensqualität.

Autor: Martin Boeckh

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